Motorrad Langstreckenweltmeisterschaft –

Der  Bol d ´Or in Le Castellet 

 

Am vergangenen Wochenende fiel der Startschuss zur Motorrad – Langstreckenweltmeisterschaft im südfranzösischen Le Castellet auf dem Circuit Paul Ricard beim Bol D´or - dem legendären 24 -  Stundenrennen.  Die WM, die Jahresübergreifend im September 2018 startet und dann das grosse Finale mit den 8 Stunden von Suzuka im Juli 2019 in Japan feiert, sieht dieses Jahr fast alle namhaften Hersteller mit werksunterstütztem Material am Start.

Titelverteidiger Honda traf dabei auf die SERT Suzuki Mannschaft um Dominique Meilland, Kawasaki schickte u.a. die SRC Mannschaft mit Neuzugang David Checa ins Rennen, YART war  mit dem Deutschen Marvin Fritz  auf der Yamaha YZF-R1 am Start – ebenso das deutsche Team ERC – BMW das im  letzten Jahr mit Rang 4 das Podium nur knapp verpasste.

Bei der 82. Ausgabe des Bol D´or – franz. die goldene Schüssel – gingen am Samstag Nachmittag um 15:00 Uhr bei herrlichem Sommerwetter  59 Teams mit je drei Fahrern an den Start die sich das Rennen einmal rund um die Uhr untereinander aufteilen sodass es in den Boxen beinahe stündlich zu einem Fahrerwechsel kommt bei dann nachgetankt wird und bei Bedarf auch die Reifen gewechselt sowie kleinere Reparaturen am Motorrad ausgeführt werden. So sind nicht nur die Piloten auf der Strecke gefordert sondern auch die Mechaniker die darauf bedacht sind möglichst schnell und präzise zu arbeiten um die Standzeiten in der Box so kurz wie möglich zu halten.
Der 5.673 lange Circuit Paul Ricard ist für Mensch und Maschine sehr abwechslungsreich und fordernd, gibt es doch 13 Kurven – 8 rechts/5  links - und mit der 1,6 Kilometer langen Mistral-Geraden einen Streckenabschnitt bei der die Motoren Runde um Runde über 25 Sekunden lang  unter Vollgas an ihre Grenzen gebracht werden .
Im Qualifying waren De Puniet/Guarnoni/Checa mit der SRC Kawasaki die Schnellsten , Titelverteidiger Honda war mit Hook/Foray/Di Meglio zweitschnellster , die Yamaha-Truppe um Mandy Kainz mit Parkes/Canepa/Fritz brachten ihre YFT-R1 auf den dritten Startplatz.  
Vom Start weg setzten sich die Teams von SRC Kawasaki , SERT Suzuki , ERC-BMW , F.C.C.Honda und YART Yamaha vom Feld ab und lieferten sich untereinander einen spannenden Kampf um die Spitze . Erstes Team das dem hohen Tempo Tribut zollen musste war ERC-BMW die in der 2. Rennstunde in Turn 4 in einen Sturz verwickelt war und durch die Reparatur bis auf Rang 53 zurückfiel. Eine weitere Vorentscheidung um den Sieg und Niederlage fiel am Abend nach 4 Stunden als Nicolo Canepa seine YART Yamaha am Eingang zur Mistral-Geraden wegfeuerte, eine Ölspur hinterliess und damit weitere Konkurrenten mit ins Verderben zog.  Mit 6 Runden Rückstand nahm das Team nach dem Reparaturstopp das Rennen auf Platz 14 wieder auf. Auch  das Weltmeisterteam von F.C.C. Honda musste zu einem ungeplanten Stopp in die Boxen auf Grund technischer Probleme und viel dadurch mit 7 Runden Rückstand auf Platz 15 zurück. Doch genau hier zeigte sich das Motto vom Endurance Sport -  niemals aufgeben.  Die F.C.C. Truppe kämpfte sich mit konstant schnellen Rundenzeiten Stunde um Stunde wieder in die Top 3 zurück. Als die Suzuki dann sturzbedingt durch einen längeren Reparaturstopp zurückfiel  und die SRC Kawasaki – bereits den Sieg vor Augen – mit Elektronikproblemen den Traum vom Sieg begraben musste überquerten die amtierenden Weltmeister Hook/Foray/Di Meglio mit der Honda am Sonntag um 15:00 Uhr als erster die Ziellinie, gefeiert von 70.000 Fans an der Strecke . Einen großen Erfolg feierte das deutsche Team WEPOL  die den 3. Platz erreichten und damit als privat finanzierte Mannschaft  einige der werksunterstützen Teams hinter sich lassen konnte .      

    

Text: Hartmut Reuschel                Bilder: moto-foto