Finale der Motorrad Langstrecken Weltmeisterschaft 2021

Der 4. und letzte Lauf zur diesjährigen WM der Endurance Teams ( EWC ) fand nicht wie geplant mit dem 8 Stundenrenn von Suzuka in Japan statt. Durch die verschärften Corona-Bestimmungen in Japan entschieden sich die Veranstalter dafür das WM-Finale in Europa auszutragen. So kam das Autodrom Most in Tschechien nach der Superbike-WM im August zu einem weiteren Lauf im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft - dem 6 Stundenrennen von Most. 24 Teams reisten an die 4,212 KM lange Strecke die mit 21 Kurven (!) - 12 Rechts- und 9 Links – die abwechslungsreichste Strecke im gesamten WM-Kalender darstellt. Das Team SERT-Yoshimura-Suzuki, 16-maliger Langstrecken-Champion, kam als Tabellenführer mit 141 Punkten zum Finale und musste nur noch die Yamaha YZF-R1 vom Team VRD Igol fürchten die 36 Punkte zurücklagen. Bei 50 Zählern die in Most zu vergeben waren lagen alle anderen Teams zu weit in der Gesamtwertung zurück um noch in den Titelkampf eingreifen zu können.

Starker Auftritt von BMW im Qualifying
Die Werksmannschaft von BMW mit Mykhalchyk/Reiterberger/Foray zeigte sich im Zeittraining absolut konkurrenzfähig und bereit zum 1. Sieg in der EWC. Nur 0,35 Sekunden trennte die M1000RR von den Trainingsschnellsten, der Yamaha YFZ-R1 vom YART-Team mit Hanika/Fritz/Canepa. Multiweltmeister Suzuki eroberte sich mit Black/Simeon/Guintoli Startplatz 3 vor der Honda CBR1000RR-R vom Team F.C.C. Das im WM-Kampf noch mit Titelchancen verbliebene VRD Igol Yamaha Team qualifizierte sich für Startplatz 7. Mit Markus Reiterberger (BMW), Marvin Fritz (Yamaha ) und Florian Alt ( Yamaha) standen drei deutsche Piloten mit ihren Teams auf einem der ersten sieben Startplätze – allesamt mit Siegchancen. Für eine starke deutsche Präsenz in der Langstrecken-WM sorgen ausserdem neben dem BMW Team auch Jan Bühn der beim Schweizer Kult-Team Bolliger-Kawasaki fährt, die werksunterstützte Ducati Panigale vom Team ERC-Ducati aus Karlsruhe, die Moto-Box Kremer Truppe mit einer Yamaha YFZ- R1 sowie Dominik Vincent der für das Team LRP Poland mit einer weiteren BMW M1000RR an den Start ging.

BMW gewinnt das Rennen, Suzuki die WM
Pünktlich um 11:00 Uhr sprinteten die 24 Piloten in alter Le Mans Manier zu ihren Maschinen und nahmen die Startrunde in Angriff. Sofort setzte sich mit der Werks-BMW, der SERT Suzuki, YART-Yamaha, der SRC-Kawasaki und der F.C.C. Honda ein Pulk von 5 Maschinen vom Feld ab, dahinter auf Platz 7 Yamaha von VDR Igol die noch Chancen auf den WM-Titel hatte. Mit zunehmender Renndauer kristallierte sich an der Spitze ein Zweikampf zwischen der BWM und der Yamaha von YART heraus während die F.C.C. Honda bereits in der 2. Rennstunde hoffnungslos zurückfiel. Um den Sieg kämpften ab Rennmitte nur noch Yamaha und BMW, SERT-Suzuki sicherte mit einer Runde Rückstand Rang 3 ab. Zwei Stunden vor Rennende fiel dann die Entscheidung in der WM. Mit einem spektakulären Motorplatzer auf der Start und Zielgeraden schied das Team VDR Igol aus, damit stand Suzuki als Weltmeister fest. Der Sieg im 6 Stundenrennen von Most wurde in einem hochdramatischen Finish entschieden. Zur letzten Rennstunde übernahm Markus Reiterberger die BMW und Marvin Fritz die YART-Yamaha. 14 Sekunden lagen die beiden Maschinen nach dem letzten Tankstopp auseinander. Fritz knabberte Zehntel um Zehntel vom Vorsprung der BMW ab, in die letzte Runde gingen beide Piloten Rad an Rad. Doch Fritz fand keinen Weg an Reiterberger vorbei . Nach 6 Stunden und 213 gefahrenen Runden überquerte „Reiti“ die Ziellinie mit 0,07 Sekunden Vorsprung vor Fritz und sorgte damit für den ersten Sieg der Werks- BMW in der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Auf dem Sieger- Podest dann großer Jubel bei BMW über den Rennsieg und Suzuki über WM-Titel Nummer 17, die Freude bei YART über den 2. Platz fiel dagegen etwas verhaltener aus.

Text: Hartmut Reuschel          Bild: moto-foto           www.fimewc.com