Alvaro Bautista gewinnt Rennen 1 und führt in der WM______________Bild:moto-foto

3. SBK-Rennwochenende in Estoril/ Portugal

 

Ein Trio beherrscht die Weltmeisterschaft

Nach dem Crash zwischen J.Rea und T.Razgatlioglu trafen die beiden Kontrahenten in Estoril im Rahmen der Superbile-WM erstmals wieder aufeinander. Doch bevor die beiden Weltmeister der letzten beiden Jahre zusammen mit Alvaro Bautista wieder einmal ein Rennwochende in der SBK beherrschten gab es jede Menge Aufregung in den Trainingssessions. Mit Philipp Öttl, Michael van der Mark und Garritt Gerloff stürzten 3 Piloten am Freitag bzw. Samstag so schwer dass sie alle nicht an den Start gehen konnten. Während Gerloff mit einer Knieverletzung zunächst nur die Rennen in Estoril auslassen und in Misano wieder starten möchte ist die Lage bei den beiden anderen Piloten unklar. Während bei Öttl mit dem Bruch des Schlüsselbeins ein Start in Misano nicht ganz ausgeschlossen ist besteht beim BMW Werkspilot M. van der Mark die Möglichkeit dass er die komplette Saison mit Oberschenkelhalsbruch abschreiben muss!

Bautista staubt Sieg in Rennen 1 ab.

Das Rennen am Samstag Nachmittag war 15 Runden lang eine Angelegenheit zwischen Rea und Razgatlioglu die sich Rad an Rad um den 4,182 KM langen Circuito Estoril prügelten. Ausbrems -

Manöver, Berührungen und enge Windschattenduelle bei weit über 300 Km/H zeigten die beiden Ausnahmekönner die mit über 2 Sekunden Vorsprung vor Alvaro Bautista den Sieg unter sich ausmachen wollten. Doch in Runde 16 zeigte Jonathan Rea einen seiner seltenen Fehler mit einem Verbremser, Bautista schlüpfte durch machte sorfort Druck auf die führende Yamaha von Razgatlioglu. Während Rea nichts mehr zusetzen konnte und Rang 3 nach Hause fuhr holte sich Bautista in der letzten Runde in einem Herzschlagfinale 200 Meter vor dem Ziel die Führung und schoß als erster über die Ziellinie, gefolgt von dem enttäuschten Weltmeister Razgatlioglu.

Razgatlioglu schmeisst Sieg im Sprintrennen weg

Mit einem sehr harten Ausbremsmanöver am Ende der noch leicht feuchten Start und Ziel- Geraden übernahm Toprak Razgatlioglu die Führung vor Rea in Runde 6, damit schien das Super- Pole Race über 10 Runden eigentlich gelaufen. Bautista auf Rang 3 lag schon 3 Sekunden zurück und Rea seinerseits verlor den Anschluß zu der blauen Yamaha R1 mit der Startnummer 1. Doch 4 Kurven vor dem Ziel war es diesmal der türkische Weltmeister der sich einen seiner seltenen Fehler erlaubte – er konnte zwar einen drohenden Sturz an der langsamsten Stelle der Strecke mit den Knie noch abfangen und weiterfahren, an der Spitze lag aber jetzt die Kawasaski von Jonathan Rea der dieses Sprintrennen für sich entscheiden konnte. Wenig erfeut zeigte sich Rea im Ziel über das Überholmanöver dass er auf Grund der noch feuchten Streckenverhältnisse als nicht angmessen empfand.

Rea gewinnt Rennen 2 in weltmeisterlicher Manier

Eine herausragende fahrerische Glanzleistung bescherte dem enttrohnten Weltmeister Jonathan Rea Saisonsieg Nummer 3 in einem Hauptrennen. Nachdem er die Führung an Ducatipilot Alvaro Bautista in Runde 13 abgeben musste versuchte er inständig am Spanier wieder vorbeizuziehen was dem Kawasakipiloten nicht gelingen sollte. Sobald die Führenden auf die 1 Km lange Start und Zielgerade einbogen setzte Bautista seine Ducatipower ein und machte eine kleine Lücke zu seinen Verfolgern auf. In der letzten der 21 Runden kam dann aber die große Rea - Show. Eingangs Kurve 8 setzte er sich neben die Ducati um dann Ausgangs Kurve 9 die Führung zu übernehmen. In den 2 darauf folgenden Kurven ging Rea über das Limit, stellte seine ZX-10RR teilweise Quer in die Kurve und brachte so einen Mininmalvorsprung auf die Zielgerade den Bautista im Schlusspurt nicht mehr kontern konnte. Mit 0,194 Sekunden Vorsprung nahm Rea die karierte Flagge vor Bautista und Razgatlioglu. In der WM führt weiter Bautista 17 Punkte vor Rea, Titelverteidiger Razgatlioglu liegt bereits 52 Punkte zurück auf Rang 3.

 

 

Autor: Hartmut Reuschel              Bild: moto-foto

Alvaro Bautista - Rückkehr auf die Siegerstrasse mit Ducati ___________ Bild:Ducati

Rennwochenende 1 in Aragon

 

Mit der Pirelli Round one in Aragon haben auch die Superbiker Ihre Weltmeisterschaft 2022 begonnen. Titelverteidiger Toprak Razgatlioglu wurde dabei im Vorfeld ebenso zu den möglichen WM - Kandidaten gezählt wie sein Vorgänger, der 6-fache SBK-Champion Jonathan Rea und Ducati Rückkehrer Alvaro Bautista. Nach zwei Jahren bei Honda ohne Sieg und Chancen auf den Titel gilt Bautista als der Herausforderer Nummer 1 . Unvergessen ist nach wie vor seine Premierensaison 2020 als er von der MotoGP in die SBK einstieg und als Ducati Werksfahrer die WM aufmischte. Die ersten 11 Rennen der WM konnte der Spanier damals gewinnen , dann schlichen sich Fehler und Unkonzentriertheiten ein, am Ende stand aber immerhin der Vizetitel für den inzwischen 37- jährigen Spanier.

Starker Saisonstart von Jonathan Rea

Der Saisonstart auf der Strecke im Motorland Aragon verlief für Bautista erfolgreich. Bereits in Rennen 1 am Samstag Nachmittag zeigte der Ducati Werkspilot dass er sich auf der V4R Panigale wesentlich wohler fühlt als auf der HRC Honda 1000 RR mit der er 2 Jahre lang nicht gut zu recht kam. Während an der Spitze Razgatlioglu und Rea um die Führung kämpften liess es Bautista zunächst etwas ruhiger angehen, belegte bis Runde 8 lediglich Position 5 ehe er dann in den Angriffsmodus umschaltete und in Runde 16 den zweiten Platz hinter der grünen Kawasaki ZX-10RR von Jonathan Rea einnahm den er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Während Rea sich Saison- Sieg Nummer 1 abholte sicherte sich Weltmeister Razgatlioglu Rang 3 vor seinem Teamkollegen Andrea Locatelli und Iker Lecuona auf Honda CBR 1000 RR-R.

Alvaro Bautista gewinnt das Superpole Race und Lauf 2

Sowohl das Superpole Rennen über 10 Runden als auch Lauf 2 über die volle Renndistanz von 25 Runden sah einen Dreikampf zwischen Weltmeister Razgatliouglu, Jonathan Rea und Alvaro Bautista. Dabei war der spanische Ducatipilot in Aragon eindeutig der Stärkste der drei, im Sprint wie auch im Rennen 2 setzte sich Bautista bereits in der Anfangsphase an die Spitze des Feldes und konnte von dieser Position aus beide Rennen domineren und sich die Siegerpokale abholen. Im Sprintrennen war der Kampf um die Podestplätze hinter der Ducati von Bautista feinster Motorsport, zu der Yamaha von Razgatlioglu und der Kawasaki von Rea gesellte sich mit Michael Ruben Rinaldi die zweite Werksducati im Feld. Nach zahlreichen Ausbrems und Überhol-Manövern holte sich schließlich Rea knapp vor Razgatlioglu und Rinaldi den 2. Platz. Ähnlich verlief auch Rennen 2 am Sonntagnachmittag. Während Bautista früh einen erfolgreichen Ausreisversuch unternehmen konnte und sich wiederum vom Feld absetzte kämpften Rea, Razgatlioglu und Rinaldi um die Plätze um nach 25 Runden in der gleichen Reihenfolge wie auch im Superpole Race die Plätze hinter dem Sieger Alavaro Bautista einzunehmen.

 

Rennwochende 2 in Assen

 

Zwei Wochen nach dem Saisonstart in Spanien stand das 2. Rennwochenende der Superbiker in Assen auf dem Programm. Dabei setzten die drei Protagonisten Bautista, Rea und Razgatlioglu ihre Dominanz fort und dominierten Lauf 1 vor dem Rest des Feldes. Dabei war es in erster Linie Kawasaki-Pilot Rea der einen Grossteil der Führungsarbeit übernahm, immer dicht gefolgt vom türkischen Weltmeister und dessen Yamaha R1. Doch die Ducati von Bautista hielt mit dem Führungsduo immer Kontakt und in Runde 15 konnte sich der Spanier auf Rang 2 setzen. Meter um Meter verkürzte er den Rückstand zur führenden Kawasaki – im Ziel waren es nach 21 Runden nur noch 0,103 Sekunden die den Sieger Johnathan Rea von Bautista trennten. Die letzten 5 Runden konnte Razgatlioglu dem Führungsduo nicht mehr ganz folgen. Doch mit Rang drei sicherte er seinen Podestplatz mit 8 Sekunden Vorsprung vor dem Vierten – Teamkollege Andrea Locatelli. Philipp Oettl, der deutsche Superbiker in Diensten vom Team GoEleven konnte mit einem guten 7. Platz zum ersten mal in der Superbike-WM auf seiner Panigale V4R sehr positiv auf sich aufmerksam machen.

Rea gewinnt auch das Superpole Race

Die Frage wer im Superpole Race über neun Runden für Spannung und Action sorgen wird war schnell geklärt als sich die drei Alleinunterhalter Rea, Bautista und Razgatlioglu sofort nach dem Start an die Spitze des Feldes setzten und im Zehntel-Sekunden Abstand um den 4,542 KM langen TT Circuit jagten. Wie schon im Rennen 1 hatte der 6-malige Champion Rea letztendlich die Nase mit 0,267 Sekunden Vorsprung knapp vor Razgatlioglu und Bautista. Damit wartet Weltmeister Razgatlioglu weiter auf seinen ersten Saisonsieg. Doch auch im Rennen 2 sollte dieser Sieg nicht gelingen, ganz im Gegenteil, zum ersten mal in dieser Saison kam es zum großen Knall zwischen ihm und seinem ehemaligen Mentor, Jonathan Rea.

Rea und Razgatlioglu stürzen, Sieg für Bautista

Die Geschichte von Renne zwei ist schnell erzählt. Natürlich wetzten wieder Razgatlioglu, Rea und Bautista vom Start weg in Front, doch nachdem der Weltmeister 5 Runden lang die Spitze halten konnte kam es zwischen ihm und der Kawasaki von Rea zu einem Kontakt den beide Piloten mit einem Sturz bezahlen mussten. Damit war die Spannung aus dem Rennen wie aus einem geplatzten Luftballon denn Alvaro Bautista übernahm sofort Rang 1 und baute Runde um Runde seinen Vorsprung auf die Verfolger, Andrea Locatelli und Iker Lecuona aus. Im Ziel hatte der Spanier knapp 9 Sekunden Vorsprung von Locatelli, die Honda CBR1000 RR-R erblickte mit Lecuona endlich einmal das Podest auf Rang 3.                                                                              HaRe

 

Text: Hartmut Reuschel                                                                Bild : Ducati