WSBK Round 1 - Phillip Island                                                        Bulega dominiert den Saisonauftakt

Nicolo Bulega gewinnt alle 3 Rennen beim Saisonauftakt in Australien!                                                               Bild: moto-foto

Der Ausblick auf die Superbike Weltmeisterschaft 2026 gestaltet sich in diesem Jahr recht schwierig, waren doch ein Großteil der Testfahrten von Regen und schlechten Witterungsbedingungen beeinträchtigt. So war der Saisonauftakt am vergangenen Wochenende in Phillipp Island nicht nur das erste von 12 Rennwochenenden im Rahmen der Weltmeisterschaft, es war auch die erste Standortbestimmung für die Teams die eine ernstzunehmende Aussagekraft hat. Für die 5 in der WM engagierten Hersteller hätte der Auftakt nicht unterschiedlicher ausfallen können.
Bimota:Das italienische Team aus Rimini geht auch in diesem Jahr mit der Fahrerpaarung Alex Lowes / Axel Bassani an den Start und war die große Überraschung in Australien. Nachdem es Lowes war der 2025 einige gute Platzierungen für Bimota herauszufahren waren in Phillip Island beide Piloten stark unterwegs. Bassani überzeugte mit den Plätzen 4/2, nur wenig langsamer war Lowes in Rennen 1 mit Platz 7.
BMW: Das Weltmeisterteam der vergangenen 2 Jahre musste sein Fahrer Line-up komplett neu aufstellen. Weltmeister Toprak Razgatlioglu geht 2026 in der MotoGP für Yamaha an den Start, Michael van der Mark verstärkt in diesem Jahr das EWC-Langstreckenteam von BMW und ist Testfahrer für die Superbikes. Die neuen Piloten, Danilo Petrucci und Miguel Oliveira, taten sich in Australien erwartungsgemäß schwer. Petrucci war in den letzten beiden Jahren auf Ducati unterwegs und muss sich mit der M1000RR erst anfreunden. Das gleiche gilt für Oliveira der Neueinsteiger ist und aus der MotoGP zu den Superikes gewechselt ist. Doch mit den Plätzen 8/7 für Oliveira und 10/6 für Petrucci fuhren die BMW-Neulinge in beiden Rennen in die Top Ten was durchaus als Erfolg zu bewerten ist.

Ducati: Der erfolgreichste Hersteller in der Superbike-WM ging als Favorit in Australien an den Start. Und Vizeweltmeister Nicolo Bulega hat dann auch geliefert. In beiden Rennen wie auch im Superpole Race war der Ducati Werkspilot unangefochten der Schnellste und untermauerte mit 3 Siegen seine Ambitionen auf den WM-Titel in dieser Saison. Sein neuer Teamkollege, Iker Lecuona, hat nach 4 Jahren Honda die üblichen Anpassungsschwierigkeiten auf sein neues Arbeitsgerät, zeigte aber mit den Plätzen 6/8 ebenfalls Top Ten Ränge und damit Potential für mehr.
Honda: Der weltgrößte Motorradhersteller möchte in dieser Saison endlich an alte Erfolge anknüpfen und die seit Jahren sehr mäßigen Ergebnisse in der Superbike-WM in Erfolge umwandeln. Mit Somkiat Chantra und Jake Dixon setzt Honda auf ein neues Fahrerduo die jedoch beide beim Saisonauftakt verletzungsbedingt fehlten! Die Ersatzfahrer, Ryan Vickers und Tetsuta Nagashima, konnten am ersten Rennwochenende die gewünschten Erfolge jedoch nicht einfahren. Die Plätze 14 und 11 für Nagashima sowie Platz 15 in Rennen 1 für Vickers waren nicht die Ergebnisse die von Honda erwartet wurden. So muss abgewartet werden bis die Stammpiloten wieder fit sind um das Honda Team richtig einordnen zu können.
Kawasaki: Auch in diesem Jahr bringen die Grünen nur eine Maschine an den Start die, wie im vergangenen Jahr auch, vom Amerikaner Geritt Gerloff gefahren wird. Die Plätze 11 in Rennen 1 und 10 in Rennen 2 spiegeln den derzeitigen den Leistungsstand der Kombination Kawasaki / Gerloff gut wieder.
Yamaha: Der Hersteller mit der Stimmgabel im Logo hatte in Australien einen schwierígen Start. Nummer 1 Fahrer Andrea Locatelli brachte lediglich die Plätze 13 und 5 ins Ziel was eindeutg hinter den Ansprüchen liegt die Yamaha an sich selbst stellt. Der neue Teamkollege von Locatelli, Xavi Vierge braucht als Yamaha Neuling noch Zeit um die YZF R1 komplett zu vestehen nachdem der Spanier die letzten 4 Jahre für Honda gefahren ist.

Privatfahrer: Von den Piloten, die in privat finanzierten Teams an der WM teilnehmen, konnten beide Barni Spark Piloten am meisten überzeugen. Yari Montella holte Platz 2 in Rennen 1, Exweltmeister Alvaro Bautista landete in Rennen 2 auf dem 3. Platz. Damit hat das Barni Spark Racing Team von allen Privatteams den besten Saisonstart hingelegt was bei den Italienern natürlich Hoffnung auf mehr macht. Doch die Saison ist lang und bis zum Finale in Jerez im Oktober haben die 5 Werks und 6 Privatteams mit ihren insgesamt 21 Piloten in 36 Rennen - 24 Hauptrennen und 12 Superpole Races - Gelegenheit sich erfolgreich in Szene zu setzen.
 

Text: Hartmut Reuschel
Bilder: moto-foto