Saisonfinale der Superbike-Weltmeisterschaft 2019

Nachdem sich Kawasaki-Werksfahrer Jonathan Rea  bereits  im französischen Magny-Cours erneut die WM – Krone aufsetzen konnte hatten die beiden abschließenden Veranstaltungen in Argentinien und Qatar eher nur noch statistischen Charakter. Da die Frage nach dem Vizeweltmeister mit Alvaro Bautista ebenfalls schon beantwortet war blieb als kleiner Spannungsbogen nur noch die Frage wer in den letzten Rennen noch ein Ausrufezeichen setzten konnte und wer nicht.  
 

Argentinien - Siege für Bautista und Rea und jede Menge Ärger wegen der Strecke
Alvaro Bautista hat im 1. Lauf am Samstagmittag  wieder auf das Siegerpodest zurückgefunden. Allerdings stand sein Sieg im Schatten eines Fahrerstreiks dem sich 6 Piloten, darunter Chaz Davies und Sandro Cortese anschlossen. Die Streikenden waren der Meinung dass die Strecke auf Grund der zuvor neu verlegten Asphaltdecke viel zu rutschig und damit zu gefährlich sei. Dass mit diesem Argument  nicht schon das Training zuvor bestreikt wurde verstehen wohl nur die Piloten selbst. Das Sprintrennen am darauffolgenden Sonntag sah dann alle Piloten Start- die Stecke wurde über Nacht intensiv gereinigt und getrocknet. Der 5-fache Champion Jonathan Rea  holte sich den Sieg nachdem er eine kurzen aber entschlossenen Zweikampf mit Dauerrivale Bautista führte und diesen für sich entscheiden konnte. Auch der 2. Lauf wenige Stunden später wurde eine sichere Beute des Piloten mit der grün-schwarz lackierten Kawasaki ZX-10RR, die Kastanien für Ducati holte diesmal Chaz Davies mit der Panigale V4R aus dem Feuer, dritter Mann auf dem Podest war einmal mehr der Shootingstar der SBK 2019 – Toprak Razgatlioglu. Für die deutschsprachige Fraktion in der SBK, Cortese und Reiterberger, gab es auch in Argentinien nicht allzu viel zu lachen. Während der noch amtierende Supersportweltmeister Sandro Cortese mit den Plätzen 7 im Sprint und 15 in Lauf 2 noch einige WM – Pünktchen einfahren konnte blieben diese Markus Reiterberger mit den Plätzen 17 und 16 verwehrt.  
          

Qatar -  Weltmeister J.Rea verabschiedet sich standesgemäß in die Winterpause
Sollte noch irgendjemand am neuerlichen WM-Titel von Kawasaki-Pilot Jonathan Rea gezweifelt haben - beim Schlussakkord der 2019-er WM in Qatar zeigte der Nordire wer Herr im (Superbike)-Haus ist. Mit 2 Siegen in den Läufen 1 am Samstagmittag und 2 am Sonntagmittag sowie dem Erfolg im Superpole-Race am Sonntagvormittag stand der 5- fache Champion dreimal ganz oben auf dem Siegerpodest. Mit 663 Punkten stelle Rea einen neuen Punkterekord in der Superbike-WM auf, auch sein Vorsprung auf den Vizeweltmeister, Alvaro Bautista, ist mit 165 neuer Rekord. Ebenfalls herausragend seine 17 Laufsiege an den 13 Rennwochenenden der WM die im Februar in Australien begonnen hat und nun in der Wüste von Qatar ihr Finale erlebte. Der Abschluss mit den beiden Nachtrennen unter Flutlicht auf dem Losail International Circuit war wie immer spektakulär und lieferte stimmungsvolle Bilder wobei 3-fach Sieger Rea den Rennen deutlich seinen Stempel aufdrücken konnte. Weniger glanzvoll war das WM – Finale für die deutschen Teilnehmer. Das BMW Werksteam landete mit seinem Vorzeigepiloten Tom Sykes lediglich zweimal auf Rang 12, Teamkollege Markus Reiterberger hatte im ersten Rennen einen Lichtblick mit Platz 8, musste sich aber nach Qatar auf Grund fehlender Angebote zumindest für 2020 aus der Superbike-WM verabschieden. Auch Sandro Cortese, der sich beim Saisonfinale für die erste Startreihe qualifizierte und die Plätze 8 und 10 einfahren konnte hat noch keine konkrete Zusage für 2020, ist aber zumindest noch mit verschiedenen Teams in Verhandlungen. So bleibt aus deutscher Sicht zu hoffen dass sich BMW weiter steigern kann Cortese noch einen Fahrerplatz findet denn die Superbike - WM kehrt nach einigen Jahren Pause 2020 wieder nach Deutschland zurück – in Oschersleben gastieren Weltmeister Rea und seine Kontrahenten am ersten Augustwochenende und kämpfen um WM – Punkte!      
         

Text: Hartmut Reuschel     Bild: moto-foto          

Man of the year - Jonathan Rea - Kawasaki Bild: moto-foto