3. Sieg in Folge für F. Bagnaia - Ducati___________________________Bild: moto-foto

Ducatiland in der Steiermark

Der 4,348 KM lange Red Bull Ring gilt ins gemein als Ducatistrecke. Trotz des Heimsieges im Regen 2021 durch KTM-Fahrer Brad Binder feierten „ die Roten „ in der Steiermark schon oft Erfolge und Rennsiege durch Andrea Dovizioso, Andrea Iannone, Jorge Lorenzo und Jorge Martinez. So verwunderte es nicht dass sowohl Titelverteidiger Fabio Quartataro als auch sein schärfster Rivale, Aleix Espargaro, mit eher gedämpften Erwartungen in die Alpenrepublik reisten um Saisonrennen Nummer 13 in Angriff zu nehmen.

Ducati dominiert das Training

Tatsächlich bestätigten die Ducti -Teams ihre Affinität zur Strecke zwischen Spielberg und Zeltweg und dominierten die Konkurrenz. 60 % der Motorräder unter den besten 10 in der Start – Aufstellung wurden in der Rennabteilung in Borgo Panigale in Bologna gefertigt. Nimmt man die beiden Aprilias von A. Espargaro und M. Vinales dazu standen unter den besten 10 Maschinen am Start 80 % aus italienischer Fertigung! Längst spricht im MotoGP Paddock niemand mehr von der Übermacht aus Fernost und auch die Zeiten scheinen vorüber wo Honda, Yamaha und Suzuki die Sieger unter sich ausmachten. Einziger Lichtblick aus japanischer Sicht ist derzeit nur Weltmeister Quartararo der auch am Red Bull Ring trotz seiner unterlegenen Motorleistung gegenüber den Maschinen aus Italien eine starkes Wochenende ablieferte und seine M1 im Qualifying auf Platz 4 stellen konnte, inmitten von den 5 (!) schnellsten Ducatis von Bastianini (1.), Bagnaia (2.), Miller (3.), Martin (4.) und Zarco (6.).

Francesco Bagnaia gewinnt den 3. Grand Prix in Folge

Wirft man nach dem Rennen einen Blick auf die Rundentabelle so kann man zu dem Eindruck kommen dass der Grand Prix von Österreich ein unspektakuläres und eher langweiliges Rennen gewesen sei. Die Nr. 63 - Bagnaia – steht von Runde 1 bis zum Schluss der Runde 28 auf Position 1, die 43 von Runde 4 bis Runde 24 auf 2 , die Nummer 41 – A. Espargaro von Runde 6 bis Runde 20 auf 3 und so weiter. Doch weit gefehlt. Tatsächlich gab es nicht die ganz große Anzahl von Überholmanövern und Positionswechseln wie gewohnt in der MotoGP, trotzdem war das Rennen von Beginn bis zum Schluss spannungsgeladen. Das lag zum einen an den geringen Zeitabständen der Piloten untereinander so dass jederzeit mit einer Attacke das nachfolgenden Fahrers gerechnet werden musste, zum anderen an wenigen, dafür aber aussergewöhnlichen Überholmanövern. So war der Angriff von Quartararo in der neuen Schikane nach Turn 1 eines der besten Manöver in diesem Jahr. Millimetergenau setzte sich der Weltmeister in Runde 24 links innen neben Jack Miller, überholte den Australier und scherte unmittelbar vor ihm wieder ein sodass der Ducatipilot die Power seiner GP22 auf der nachfolgenden Geraden nicht ausspielen konnte. Zeitgleich versuchte Jorge Martin ebenfalls an Miller vorbeizukommen, hatte aber ein durchdrehendes Hinterrad und verlor somit entscheident an Traktion. Drei Piloten die man mit dem berühmten Handtuch hätte zudecken können beim Kampf um Platz 2 wenige Runden vor Schluss, nein langweilig war das Rennen sicher nicht. Ähnlich spektakulär war das Manöver von Johann Zarco gegen A. Espargaro in der Schlussrunde das dem Franzosen Rang 5 einbrachte. Das nicht immer alles funktioniert musste Jorge Martin erkennen der ebenfalls in der Schlussrunde am Ducati-Kollegen Miller vorbei wollte, dabei jedoch das Vorderrad überbremste und zu Fall kam. Fazit der Aktion war der Rückfall von Platz 3 auf 10. Heimlicher Sieger hinter Pecco Bagnaia war – wieder einmal – Fabio Quartararo der sich der Ducati Übermacht erfolgreich in den Weg stellte und mit Rang 2 seine WM-Führung auf Aleix Espargaro auf 32 Punkte ausbauen konnte. Bagnaia hat kräftig aufgeholt und ist mit 44 Punkten Rückstand auf den WM Führenden wieder voll im Geschäft.

KTM und Honda weiter im Tief

Brad Binder sorgte als Vorjahressieger mit Rang 7 für ein versöhnliches Ende für KTM wenngleich die Mannen aus Mattighofen weiter versuchen die Perfomance des letzten Jahres wiederzufinden. Bei KTM war man in den letzten beiden Jahren Grand Prix Siege gewohnt, davon sind die Österreicher aber derzeit trotz aller Anstrengungen weit davon entfernt. Das gleiche gilt für Honda. Der weltgrösste Motorradhersteller hat beim Grand Prix in Österreich als beste Platzierung Rang 14 durch A.Marquez vorzuweisen, ein Desaster gemessen an den Ansprüchen von HRC. Das Warten auf Marc Marquez seitens Honda geht also weiter !

 

Text : Hartmut Reuschel                                                                 Bild: www.moto-foto.de