Was für ein Krimi - DutchTT in Assen
Eine Woche nach der Hitzeschlacht auf dem Sachsenring trafen die MotoGP-Piloten beim Grand Prix der Niederlande auf dem Traditionskurs in Assen zum 11. Male in dieser Saison aufeinander. Dabei gab es im Vorfeld wie immer einige Veränderungen im Starterfeld. Stefan Bradl ersetze wiederum Honda Nummer 1 Pilot Marc Marquez der sich nach wie vor im Krankenstand befindet und Aprilia-Testfahrer Lorenzo Savadori brachte als Wild Card Fahrer eine dritte RS-GP an den Start. Bei den angeschlagenen Pol Espargaro und Alex Rins war zu Beginn des Wochenendes nicht klar ob sie das Rennen am Sonntag würden fahren können. 
Erneute Ducati Dominanz im Training
Auch in Assen waren Training und Qualifying  ein Beleg dafür wie stark Ducati sowohl mit seinem Werksteam als auch mit seinen Kundenteams derzeit in der MotoGP ist. Nach wechselhaften Wetterbedingungen in FP1 bis FP4 waren die Raketen aus Bologna im abschließenden Quali mit insgesamt 5 Maschinen vertreten und damit stärkste Fraktion. Am nächsten kamen den GP20 und GP21 Aprilia die mit Espargaro und Vinales 2 RS-GP ins Q2 brachten sowie KTM die die beiden RC16 Werksrenner von Binder und Oliveira ebenfalls ins Q2 bringen konnten. Dazu gesellte sich die Yamaha M1 von Weltmeister Fabio Quartararo, eine Suzuki GSX RR von Alex Rins sowie die Honda RCV213 von Takaaki Nakagami. Doch nach 15 Minuten war dann der Samstagmittag so wie bereits 7 mal in dieser Saison – mit Pecco Bagnaia stand ein Ducatifahrer auf der Pole Position und auch sein Nachbar in Startreihe 1 wird ein Dauergast in der Frontrow sein – Fabio Quartararo. Pramac Ducatipilot Jorge Martin komplettierte Startreihe 1, dahinter folgten Bezzecchi/Ducati, A.Espargaro/Aprila sowie Jack Miller/Ducati.     
F.Bagnaia gewinnt – A.Espargaro wird man oft he race
Die 26 Runden auf dem TT Circuit Assen gehe als die bislang spannendsten der Saison 2022 ein.  Vom Start weg übernimmt Ducati Werkspilot Francesco Bagnaia die Führung, A. Espargaro, Quartararo, Martin und Bezzecchi klemmten sich sofort an das Hinterrad der GP23 Desmosedici. Aprilia Pilot Espargaro, schnellster im morgendlichen Warm-Up, machte sich Zentimeter um Zentimeter an den führenden Bagnaia heran als er in Runde 4 einen der seltenen Fehler von Weltmeister Quartararo bitter büßen musste. Die Yamaha M1 verlor n einer Rechtskurve das Vorderrad, während der Weltmeister stürzte wurde die Aprilia lediglich ins Kiesbett abgedrängt , kam allerdings erst auf Rang 15 wieder auf die Strecke zurück. Gegen das Feuerwerk an Überholmanövern  das Espargaro danach abbrannte ist die jährliche Silvestershow in Sidney wohl eher nur ein müdes Tischfeuerwerk.  Platz um Platz machte die RS-GP mit der Startnummer 41 gut um in der allerletzten Kurve vor dem Zielstrich mit Miller und Binder gleich 2 MotoGP Grand Prix-Siegern auf einmal vorbeiging und diese dabei  ziemlich ratlos aussehen  ließ.  Damit sorgte Aprilia mit den Rängen 3 für Vinales und 4 für Espargarao  für ihr bislang bestes Teamergebnis in der MotoGP, für ganz vorne reichte es jedoch nicht mehr da Pecco Bagnaia souverän Saisonsieg Nummer 3 nach Hause brachte und Marco Bezzecchi nicht weniger souverän die Mooney VR46 Ducati auf Rang 2 steuerte. Weltmeister Quartararo stürzte in Runde 12 nochmals mit einem üblen Highsider von seiner Yamaha und gab danach entnervt auf, Marquez Ersatzmann Stefan Bradl überquerte die Ziellinie als 18.
 

Text: Hartmut Reuschel                              

Fabio Quartararo gewinnt in Barcelona____________________________Bild: Yamaha

Spanischer Grand Prix ohne Marc Marquez

 

In der Motorrad Weltmeisterschaft geht es Schlag auf Schlag. Nur 5 Tage nach Mugello traten die schnellsten Männer auf 2 Rädern auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya an um den 6. Lauf in dieser Saison zu bestreiten. Dabei gingen im ersten Training am Freitag Morgen 2 Piloten auf die Strecke die nicht immer beim FP1 anzutreffen sind. Ducati Ersatzfahrer Michele Pirro bekam auf der GP22 einen weiteren Renn- und Testeinsatz während Stefan Bradl,wie geplant, Honda- Nummer eins Fahrer Marc Marquez während dessen OP-Pause vertritt.

Ducati stark im Training

Die Trainingsessions wurden mehr oder weniger eine Demonstration der derzeitigen Stärke der Motorräder von Ducati. Ob Werks oder Kundenbikes, ob gebraucht aus dem Jahr 2021 oder neu vom aktuellen Jahrgang 2022, die Maschinen aus der Rennabteilung in Borgo Panigale fanden sich bei Topseed und Zeitenmessungen immer ganz weit vorn. Dabei verwundert leider nur dass ausgerechnet Publikumsiebling Jack Miller mit der roten Werksmaschine mit der Nummer 43 derjenige Ducatisti ist der offensichtlich am meisten Probleme hat und sich mit der GP22 nicht recht anfreunden kann. Der 11. Startpaltz ist nicht das was sich beide Seiten, Ducati und Miller, vom Barcelona Grand Prix gewünscht hatten.

Aleix Espargaro hlt sich die Pole

Doch trotz aller (scheinbarer) Ducati-Übermacht holte sich mit Aleix Espargaro der Mann die Pole, der zusammen mit seiner Aprilia dieses Jahr die ganz grosse Überraschung in der MotoGP darstellt. Extrem schnell, extrem zuverlässig und extrem effizient im Reifenmanagement,das sind die herausragenden Merkmale der Kombination A.Espargaro / Aprila. Mit Zarco /P ramac Ducati,

Bagnaia/Werks-Ducati, Di Giannantonio/Gresini Ducati, und Martin/Pramac Ducati standen allerdings 4 Ducatis in den ersten beiden Startreihen zu denen sich noch Weltmeister Quartararo mit seiner Yamaha M1 gestellte.

Knapp an der Katastrophe vorbei

Wie eng Freud und Leid in der MotoGP zusammen sein können wäre beinahe unmittelbar nach dem Start sichtbar geworden. Keine 400 Meter waren gefahren als LCR-Honda Pilot Nakagami durch einen Überbremser stürzte, mit dem Kopf (!) das Hinterrad von Bagnaia traf der ebenfalls zu Fall kam und dabei noch Alex Rins/Suzuki mit ins Verderben riss. Die beste Nachricht nach diesem Zwischenfall war sicherlich die dass alle drei Piloten den Sturz überlebten, Rins jedoch einen Bruch des Handgelenks davontrug der ihn zu einer Rennpause zwingt.

Quartarao siegt, A.Espargaro versinkt in Tränen

Das Durcheinander im Startgetümmel nützte Fabio Quartararo optimal und setzte sich sofort vom Feld ab. Durch eine Reihe schneller Runden hatte er schon bald einen Vorsprung von 2 Sekunden den der Franzose sehr gekonnt verwaltete. Für Spannung sorgte der Kampf um das Podest zwischen A.Eapargaro, Martin und Zarco die sich nichts schenkten und Rad an Rad den 4657 Meter langen Kurs umrundeten wobei die Ducati von Martin und die Aprilia von Espargaro mehrmals die Positionen tauschten während Zarco sicher auf Platz vier vor Joan Mir und Luca Marini lag. Ab der 10 Runde gab es unter den Top Ten in der Rangfolge keine Veränderung in einem eher unspektakulären Grand Prix ohne die ganz grossen Überholvorgänge. Als die Führenden dann in die letzte Runde auf die Start und Zielgeraden einbogen kam der grosse Black Out von Aleix Espargaro. Auf einem sicheren 2. Platz liegend drehte der Spanier das Gas zu, senkte den Kopf da er das Rennen verloren glaubte und winkte zum Dank den Zuschauern. In der Apriliabox gab es fassungslose Gesichter und laute Schreie der Mechaniker und es dauerte gut 10 Sekunden bis Espargaro merkte dass noch ein volle Rennrunde zu absolvieren war. Unmittelbar hinter Marini reihte sich die schwarze Aprilia wieder ins Feld auf Platz sechs ein und als dann die 24 Runden tatsächlich beendet waren rollte Espargaro in Tränen aufgelöst auf Platz 5 ins Ziel. Freude pur dagegen in der Box von Yamaha wo ein eher unerwarter Sieg die Chancen zur Titelverteidigung für Fabio Quartararo erheblich haben steigen lassen. Gute Stimmung auch in der Box von Pramac, die Plätze 2 für Martin und 3 für Zarco bringen wichtige Punkte für die Teamwertung.

 

Text: Hartmut Reuschel