Super Show ohne die Superstars !!
Das Motorland Aragon, zwischen den beiden Metropolen Madrid und Barcelona gelegen, ist die 4. Rennstrecke auf der in dieser Saison eine Doppelveranstaltung der MotoGP stattfindet. Wie zuvor bereits in Jerez/Spanien, Spielberg/Österreich und Misano/Italien finden an zwei Wochenenden hintereinander die Rennen um die Motorradweltmeisterschaft statt. Gestern führte die MotoGP ihr 10. Rennen in dieser Saison durch, Lauf 11 wird dann am kommenden Sonntag folgen. Im Vorfeld hatten die Veranstalter einige Rückschläge zu verdauen. So kam es nicht zum Comeback von Weltmeister Marc Marquez wie von einigen spanischen Medien im Laufe der Woche in Aussicht gestellt wurde. Am Donnerstag dann die Meldung dass Mr. MotoGP Valentino Rossi im heimischen Tavullia wegen eines positiven Covid Tests in Quarantäne sei und nicht nach Spanien reisen konnte. Doch auch das Fernbleiben der beiden Superstars konnte nicht verhindern dass den Zuschauern eine spektakuläre Show geboten wurde.
Yamaha überzeugt erneut im Zeittraining
Die nach Rossis Ausfall auf drei Mann zusammengeschrumpfte Yamaha-Fraktion schlug sich im Zeittraining wie gewohnt stark. Quartararo, Vinales und Morbidelli lieferten sich einen Kampf innerhalb weniger Hundertstel Sekunden Abstand, lediglich die Ducati von Jack Miller und die Honda von Cal Crutchlow konnte noch mithalten. Während die Chancen von WM-Kandidat Andrea Dovizioso mit Startplatz 13 weiter sanken festigte Quartararo seine WM-Hoffnungen mit der Pole Position, 4/100 vor Teamkollege Maverick Vinales. Eine gute 3. Startposition erkämpfte sich LCR-Hondapilot Cal Crutchlow. Für Hondatester und Marquez Ersatzmann Stefan Bradl lief das Training eher enttäuschend. Mit 1.49.166 Minuten sprang für den Zahlinger nur der letzte Startplatz heraus.
Suzuki triumphiert – Yamaha enttäuscht
WM-Leader Fabio Quartararo erlebte in Aragon die bislang dunkelste Stunde seiner noch jungen MotoGP-Karriere. Nach einem guten Start kam er als zweiter hinter Markenkollege Maverick Vinales aus der ersten Runde Zurück. Als sich mit Morbidelli die dritte Yamaha M1 zu dem Führungsduo gesellte sah es für die Marke mit den drei Stimmgabeln im Logo nach einem großen Rennsonntag aus. Doch ab Runde 5 begann das Drama um Yamaha. Quartararo fiel Platz um Platz zurück, Vinales büßte seine Führung in Runde 7 ein und Morbidelli war an Runde 9 nur noch auf Platz 5 zu finden. An der Spitze zog der von Startplatz 10 ins Rennen gegangene Alex Rins / Suzuki souverän seine Bahn, Teamkollege Joan Mir sorgte ab Runde 13 für eine Suzuki Doppelführung. Dann folgte die große Show des Alex Marquez. Der jüngere Bruder des Multiweltmeisters Marc Marquez steuerte seine Honda RC213V innerhalb weniger Runden spektakulär von Platz 9 bis auf 2 vor und jagte dann zusammen mit Rins im Minimalabstand um den 5,0 77 Km langen Kurs im Motorland Aragon. Kurve um Kurve schob sich die Honda näher an die Suzuki heran doch Rins konterte die Überholversuche meisterhaft. Auch in der letzten Kurve
vor dem Ziel setzte Marquez nochmals zu einer Attacke an doch die wenigen Meter Vorsprung reichten Rins um seine GSX-RR mit 0,26 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie zu bringen. Dritter Mann auf dem Podest wurde Joan Mir der nun die WM-Wertung mit 125 Punkten vor Quartararo ( 115 ) und Vinales ( 109 ) anführt. Eine der spannendsten WM- Entscheidungen der letzten Jahre wird nun in den letzten vier Rennen fallen.

 

Text: Hartmut Reuschel Bild: moto-foto

Danilo Petrucci gewinnt das Regenrennen in Le Mans

Die Motorsportszene ächzt unter den veränderten Bedingungen der Coronapandemie. Ein komplett veränderter Terminkalender, erschwerte Bedingungen bei An und Abreise von Teams und Fahrern,

sowie keine oder nur wenig Zuschauer an den Strecken. Am vergangenen Wochenende kam dann noch das schlechte Wetter dazu dass sowohl die Kollegen aus der Formel 1 am Nürburgring als auch den MotoGP Piloten in Le Mans schwer zusetzte. 12 Grad Lufttemperatur und nasser Asphalt

sind eigentlich keine guten Voraussetzungen für eine Motorradrennen – die MotoGP belehrte wieder einmal alle eines besseren und lieferte am Sonntagmittag eine grandiose Show!

 

Starke Leistung von Ducati im Zeittraining

Der Circuit Bugatti, die kürzere der beiden Le Mans Pisten, gilt nicht als reine Powerstrecke und kommt so nach Expertenmeinung eher Yamaha oder Suzuki entgegen. Tatsächlich holte sich die Yamaha Speerspitze Fabio Quartararo am Samstagnachmittag die Pole Position, doch mit Miller (2), Petrucci (3) und Dovizioso (6) qualifizierten sich auch drei Ducatis für die beiden ersten Startreihen. Komplettiert wurden diese noch durch Hondapilot Cal Crutchlow (4) und Maverick Vinales/Yamaha (5). Hondas Testfahrer Stefan Bradl, der ein weiteres Mal den immer noch verletzten Weltmeister Marc Marquez beim Repsolteam ersetzt fuhr auf Startplatz 21.

 

Yamaha erlebt ein Desaster – Ducati gewinnt!
Als das Feld der MotoGP Piloten nur wenige Augenblicke nach dem Start auf die erste Kurve
zuschoß gab es für das siegverwöhnte Yamahateam bereits den ersten Dämpfer – Valentino Rossi rutschte auf der nassen Fahrbahn aus und musste das Rennen aufgeben. Währden sich an der Spitze die drei Ducatis GP 20 von Petrucci, Miller und Dovizioso leicht vom Feld absetzen konnten erlebte Polesetter Quartarao sein blaues Wunder - Runde um Runde wurde er zurückgereicht und fand sich mitsamt seiner M1 nach dem ersten Renndrittel auf Postion 11 wieder. Noch schlimmer erwischte es Teamkollege Francesco Morbidelli. Er schied durch Sturz in Runde 16 aus. Während die Sorgenfalten bei Yamaha Teamchef Lin Jarvis dadurch nicht kleiner wurden gab es in der Nachbarbox strahlende Gesichter. Ducati Technikchef Gigi Dall´igna sah einen souverän in Führung liegenden Danilo Petrucci während der Teamkollege, Vizeweltmeister Andrea Dovizioso,

sich anschickte in einem harten Kampf gegen Alex Marquez und Pol Espargaro auf das Podest zu fahren. Einzig der Ausfall von Jack Miller auf Grund eines technischen Defektes in Runde 19 trübte die gute Laune bei Ducati etwas. Derweil zeigte der jüngere der beiden Marquez-Brüder, Alex, zum ersten Mal in der MotoGP was in ihm steckt. Er ließ sich vom dreifachen Vizeweltmeister nicht aus der Ruhe bringen und sicherte sich völlig überraschend Platz 2. Doch auch Rang 3 war Dovizioso gestern nicht vergönnt, in der letzten Runde ging Pol Espargaro an der Ducati mit der Nummer 9 vorbei und erreichte damit Rang 3. So wurde in die KTM Erfolgsgeschichte für 2020 ein weiteres Kapitel geschrieben. Starker Fünfter wurde Johan Zarco auf der privaten Ducati von Esponsroma Racing während sich der WM-Führende Fabio Quartararo mit Platz 9 begnügen musste. Damit lag der Franzose noch einen Platz hinter Stefan Bradl der mit Rang 8 seine ersten WM-Punkte 2020 holte und zum erstem Mal in dieser Saison auf dem Bike von Marc Marquez mit einer guten Leistung überzeugen konnte.

 

 

Text: Hartmut Reuschel Bild: moto-foto