MotoGP Grand Prix von Rimini und Emiliglia Romana

Nach 343 Grand Prix Rennen sagt Andrea Dovizioso Ciao ! _________ Bild: moto-foto

 

Ducati-Festspiele an der Adria

Im Vorfeld des 14. Laufes zur diesjährigem Motorradweltmeisterschaft wurden von den Experten hauptsächlich drei Dinge diskutiert. Kann Ducati seine derzeitige Überlegenheit fortsetzen und Nummer 1 Fahrer Francesco Bagnaia den vierten Grand Prix in Folge für die Roten gewinnen. Wie reagiert WM-Leader Fabio Quartararo auf die aktuelle Ducati Dominanz und wie ist der aktuelle Stand in Sachen Comeback von Marc Marquez. Dabei durfte nicht vergessen werden dass Andrea Dovizioso nach 343 Grand-Prix Starts in Misano sein letztes Rennen fahren wird.

Ducati dominiert das Training

Das Training artete wieder einmal zu Ducati-Festspielen aus wie wir es in diesem Jahr schon mehrmals erleben konnten. Jack Miller (1) und Francesco Bagnaia (5) vom Werksteam, Enea Bastianini (2) vom Team Gresini, Marco Bezzecchi (3) und Luca Marini (7) vom Team Mooney VR46 sowie Johann Zarco (6) vom Pramac-Team sorgten dafür dass nach dem Qualifying am Samstag Mittag 6 Renner aus Borgo Panigale von ihren Piloten in die ersten 3 Startreihen gestellt wurden. Nimmt man noch die beiden Aprilias von Aleix Espargaro (9) und Maverick Vinales (4) dazu parkten auf den besten 9 Startplätzen für das Rennen am Sonntag 8 Motorräder mit dem Zusatz made in Italy - eine Machtdemonstration italienischer Ingenieurskunst und eine Bankrott- Erklärung an das Land der aufgehenden Sonne wo die Giganten Honda, Yamaha und Suzuki in den vergangenen Jahrzehnten Geschichte im Motorradrennsport geschrieben haben. Yamaha schaffte es mit Weltmeister Quartararo eine M1 (8) in die ersten drei Startreihen zu stellen, als beste Honda qualifizierte sich die RCV213 von Alex Marquez für Startplatz 16. Ähnlich getrübte Stimmung wie bei Honda findet man in den Boxen von KTM. Die RC16 Maschinen von Miguel Oliveira (10), Brad Binder (15), Remy Gardner (24) und Raul Fernandez (24) standen längst nicht auf den Startplätzen die man sowohl im offiziellen Factory Team als auch im Partnerteam von Herve Poncheral erwartet hatte.

Vierter Sieg in Folge für Bagnaia

Die Geschichte des Rennens ist dann relativ schnell erzählt. Pole-Mann Miller feuerte seine GP22 gleich in der ersten Runde ins Kiesbett und war damit aus dem Rennen um die Podestplätze. Er sprang zwar wieder auf sein Motorrad und fuhr das Rennen über 27 Runden auch zu Ende, doch mehr als Platz 18 war für den Australier nicht mehr zu machen. Nach einer kurzen Führung von Enea Bastianini übernahm Markenkollege Bagnaia die Führung in Runde 2 und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Dabei zeigte der Ducatipilot diesmal sehr deutlich dass er inzwischen mit Drucksituationen sehr gut umgehen kann. Stürzte er noch im vergangenen Jahr in Führung liegend kurz vor Schluss in Misano vom Motorrad war er diesmal stabil bis ins Ziel, selbst in der allerletzten Runde wehrte er die Angriffe von seinem nächstjährigen Teamkollegen Bastianini ( ! ) gekonnt ab und überquerte mit 0,034 Sekunden Vorsprung die Ziellinie als Erster. 4,212 Sekunden hinten Bastianini kam Maverick Vianales als Dritter ins Ziel. Der Apriliapilot bestätigte mit seinem starken Auftritt auf dem World Circuit Marco Simoncelli dass er die Aprilia RS-GP mittlerweile genauso gut beherrscht wie sein Teamkapitän A. Espargaro der diesmal mit Platz 6 Vorlieb nehmen musste. Ein Platz besser war Weltmeister Quartararo dessen WM Führung auf 30 Punkte zu Bagnaia und 33 Punkte auf A. Espargaro zusammengeschmolzen ist. Die WM geht mit grosser Spannung weiter und es ist nicht abzusehen wer am Ende den Titel nach Hause mitnehmen wird. Die Chancen für Bagnaia und Ducati sind derzeit exzellent, doch Fabio Quartararo hat gezeigt dass er immer in der Lage ist Topplatzierungen auch mit derzeit unterlegenem Material einzufahren um somit seinen 30 Punkte Vorsprung zu verwalten. Und der wiedererstarkte Maverick Vinales kann für Aprilias Nummer 1 Fahrer A. Espargaro noch zu einem enorm wichtigen Faktor werden wenn es darum geht den Gegnern wichtige WM-Punkte abzunehmen.

Andrea Dovizios sagt Ciao !

Mit Andrea Dovizioso verlässt ein absoluter Sympathieträger die MotoGP Bühne. Der 125 ccm Weltmeister von 2004 konnte sein ganz grosses Ziel, MotoGP Weltmeister zu werden, nicht erreichen doch mit 3 Vizetiteln 2017, 2018 und 2019 zeigte der Italiener dass er zu den Großen seines Sports gehört. Besonders die Jahre bei Ducati und die unvergessene Kämpfe gegen Marc Marquez werden den Fans in Erinnerung bleiben! 343 GP Stars , 24 GP Siege und 3791 WM – Punkte sind Zahlen auf die der Familienvater stolz sein kann.                                                                                                                       

 

Text : Hartmut Reuschel        Bilder: www.moto-foto.de