GP von Spanien in Jerez

Alex Marquez gewinnt nach 2025 zum 2. mal den GP von Spanien in Jerez                                                                      Bild: moto-foto

Die Marquez – Brüder gewinnen in Andalusien

Nach einer ungewöhnlich langen Pause von 4 Wochen, die der Verschiebung des Großen Preis von Qatar in den November geschuldet war, hieß es am Wochenende für die schnellsten Motorradfahrer der Welt wieder „ Gentleman please start your engines! „Das vierte Rennen der 2026-er Saison stand auf dem Programm und dazu reiste der Grand Prix Zirkus nach Andalusien in Spanien. Auf dem 4,428 KM langen Circuito der Jerez-Angel Nieto mit seinen 9 Rechts und 5 Linkskurven wartete eine Rennstrecke auf die Piloten die reichlich Überholmöglichkeiten bietet und bei der jedes Jahr weit über 100.000 Fans für eine tolle Stimmung sorgen. Für KTM galt es bereits im Vorfeld einen kleine Enttäuschung wegzustecken – Maverick Vinales konnte auf Grund seiner Schulterverletzung, die er sich bereits 2025 beim Grand Prix in Deutschland zugezogen hatte und die ihn seitdem immer wieder beeinträchtigt, nicht an den Start gehen.

 

Freitagstraining: KTM enttäuscht, Aprilia bringt alle 4 RS-PG in die Top Ten

Mit den Test und Entwicklungsfahrern Lorenzo Savadori/Aprilia und Augusto Fernandez/Yamaha nahmen somit 23 Piloten am Freitag das Training auf. Dabei tat sich Aprilia überraschend schwer ihre Fahrer unter die ersten 10 Plätze zu bringen um damit den direkten Einzug ins Q2 der Besten zu schaffen. Marco Bezzecchi, der die letzten 5 Grand Prix gewonnen hat, schaffte es erst in den letzten Minuten des Trainings seine RS-GP auf Platz 3 zu bringen. Den Markenkollegen Ai Ogura und Raul Fernandez vom Trackhouse Racing Team gelang der Einzug ins Q2 mit den Plätzen 5 und 7 während Jorge Martin mit der zweiten Werks-Aprilia sich mit Platz 9 qualifizierte. Die schnellsten im Training saßen dieses mal auf einer Ducati. Alex Marquez/Team BK8 Gresini Racing war mit 3/10 Sekunden Vorsprung deutlich schneller als Fabio Di Giannantonio vom Pertamina Enduro VR46 Racing Team. Die beiden Werks-Ducatis mit Marc Marquez und Francesco Bagnaia beendeten das Training auf den Plätzen 4 und 6. Den letzten Platz in den Top Ten belegte die KTM mit Enea Bastianini.

 

Qualifying und Sprintrace am Samstag: Regen bringt viel Action im Sprintrennen

Bereits im Qualifikationstraining sorgt eine nasse Fahrbahn für einige Überraschungen. So der zweite Startplatz für Johann Zarco der nur 0,104 Sekunden hinter Polesetter Marc Marquez zurückblieb. Platz 5 für Alex Marquez war für den Gresini Piloten eine kleine Enttäuschung, war er doch an diesem Wochenende bislang der schnellste Mann im Feld. Bezzecchi stellte die Aprilia auf Platz 4, er musste sich Fabio Di Giannantonio geschlagen geben. Pedro Acosta hatte nach schwachen Auftritt am Freitag eine gute Quali und erreichte mit der KTM Startplatz 6. Die 12 Runden im Sprintrennen waren dann nichts für schwache Nerven. Nach einem komplett verpatzten Start von Bezzecchi und dem Ausscheiden von Martin nach Runde 1 auf Grund von einem Schaden an der Bremsanlage war das Aprilia Werksteam schon raus aus dem Rennen bevor die Action überhaupt begann. Regen ab Runde 6 veranlasste die Rennleitung den Wechsel auf die Ersatzmaschinen freizugeben die mit Regenbereifung einsatzbereit an den Boxen standen. Morbidelli und Binder waren die ersten die davon Gebrauch machten, M.Marquez erkannte die Notwenigkeit erst nachdem er mit Slicks gestürzt war. Auch Bagnaia, Di Giannnatonio und Raul Fernandez wechselten früh während Alex Marquez den Wechsel verpasste und auf nasser Fahrbahn zu Fall kam. Bezzecchi, Mir, Razgatlioglu und Savadori widerfuhr das gleiche Schicksal. In Führung lag nach den Motorradwechseln schließlich das Ducati Werksteam mir Bagnaia in Front vor M. Marquez und Frankie Morbidelli, doch Marquez übernahm in Runde 9 mit einem sehr rustikalen Überholmanöver die Führung die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Die Plätze 2 und 3 blieben bei Bagnaia und Morbidelli, dahinter liefen Brad Binder/KTM (4.), Fabio Di Giannantonio/Ducati (5.), Raul Fernandez/Aprilia (6.), Fabio Quartararo/Yamaha (9.) Johan Zarco/Honda (8.) und Luca Marini/Honda (9.) auf den Punkterängen ein.

 

 

Rennsonntag: Alex Marquez wiederholt seinen Vorjahres-Sieg

War der Sprint mit Regen, den vielen Stürzen und dem Wechsel der Motorräder aufregend und abwechslungsreich verlief der Grand Prix eher unspektakulär. Den größten Aufreger gab es bereits in Runde 2 als Marc Marquez seinem jüngeren Bruder Alex folgen wollte und dabei mit hoher Geschwindigkeit zu Sturz kam. Während der amtierende Weltmeister unverletzt zur Box zurückkehren konnte zerlegte es seine Ducati bei dem mehrfachen Überschlag komplett in ihre Einzelteile. Auf der Strecke hat sich nach dem Ausfall von Marquez eine 5 Mann starke Spitzengruppe gebildet die in der Reihenfolge A.Marquez - Bezzecchi – DiGiannantonio – Martin – Zarco 21 Runden lang um den Kurs zirkelten und auf Grund der Abstände untereinander keine Überholmanöver starten konnten. So legten die Piloten ihr Augenmerk in erster Linie auf die Perfomance der Reifen damit es gegen Ende der 25 Rundendistanz kein Nachlassen des schwarzen Gummis gibt. Erst 4 Runden vor Schluss kam dann nochmals etwas Bewegung in den Führungspulk als die beiden Trackhouse Aprilias von Ai Ogura und Raul Fernandez an der Honda von Johann Zarco vorbeigehen konnten und damit die Plätze 5 und 6 nach Hause fuhren. An der Spitze war die Entscheidung auch schon gefallen. Unter dem tosenden Jubel der größtenteil spanischen Fans gewann Alex Marquez auf Ducati wie schon 2025 seinen Heim Grand Prix vor Marco Bezzecchi/Aprilia und einer weiteren Ducati mit Fabio Di Giannantonio. Da auch die zweite Werks-Aprilia mit Jorge Martin mit Platz 4 ein weiteres Spitzenresultat einfahren konnte führen jetzt beide Apriliapiloten in der WM-Gesamtwertung vor DiGiannantonio/Ducati und Pedro Acosta/KTM.