GP von Frankreich in Le Mans

Die Gegner sehen die Aprilias meist nur von hinten!   Bild: moto-foto

Aprilia siegt in Le Mans - Ducati erlebt ein Desaster

 

Der 11.Mai 2025 war für alle, die es in Frankreich mit dem Motorradrennsport halten, ein großer Tag. Johann Zarco gewann als erster Franzose nach Pierre Monneret 1954 den Großen Preis von Frankreich und versetzte seine – Motorsport interessierten - Landsleute in einen Freudentaumel. Von solch einem Festtag träumten natürlich auch in diesem Jahr wieder viele französische Motorradfans, doch die Chance auf eine Wiederholung von 2025 war mehr als gering. Zu stark war bislang der Auftritt der Aprilias die sowohl mit den Werkspiloten Marco Bezzecchi und Jorge Martin als auch mit den Fahrern aus dem Kundenteam Trackhouse - Ai Ogura und Raul Fernandez - in allen bisherigen Rennen der Saison 2026 Siege, Podestplätze und Top Ten Ergebnisse einfahren konnten. Zu stark auch nach wie vor die Fraktion der Ducati Piloten die zwar bislang im Schatten der 4 Aprilia RS-GP Maschinen stehen, aber immer noch schnell genug sind um den Rest des Feldes zu kontrollieren. Und letztlich war es auch Johann Zarco selbst der Zweifel an einem weiteren Traumergebnis in Frankreich aufkommen ließ. Vor 2 Wochen in Spanien konnte der Moto2-Weltmeister der Jahre 2015 und 2016 mit den Plätzen 8 im Sprint und 7 im Rennen zwar überzeugen, doch in den Rennen zuvor landete der Franzose entweder außerhalb der Punkteränge oder er kam gar nicht ins Ziel. Mit Jonas Folger stand auch wieder einmal zur Überraschung vieler ein deutscher Motorradrennfahrer am Start. Der gebürtige Rosenheimer, der als KTM Test und Entwicklungsfahrer angestellt ist und dessen aktive MotoGP Karriere 2023 eigentlich als beendet angesehen wurde bekam die Chance für den verletzten KTM-Stammpiloten Maverick Vinales einzuspringen. Trotz fehlender Kilometer unter Rennbedingungen sagte Folger zu und versuchte sein Bestes mit der RC16.

Freitagstraining: Johann Zarco lässt die Franzosen träumen

Doch die Träume und Hoffnungen der Franzosen bekamen am Freitag neue Nahrung. Mit 0,1 Sekunden Vorsprung holte sich Johann Zarco die Tagesbestzeit und schaffte damit den direkten Einzug ins Zeittraining Q2 der Schnellsten am Samstagvormittag. Auch Bezzecchi und Martin – beide Aprilia – und die drei Ducatis von Di Giannantonio, Bagnaia und A. Marquez qualifizierten sich direkt für das Q2. Eine große Überraschung lieferte Alex Rins ab der ebenfalls den Einzug ins Q2 schaffte und bester Yamahapilot war. Er düpierte damit seinen Teamkollegen, den ehemaligen Weltmeister Fabio Quartararo der nur auf Platz 17 kam. Der Franzose musste damit, ebenso wie Marc Marquez (13.) und 10 weitere Piloten, am Samstag Vormittag zunächst ins Q1 um sich vielleicht doch noch für das Abschlusstraining der besten 12 Fahrer qualifizieren zu können. Beide, Quartararo und M.Marquez, schafften dann tatsächlich den Einzug ins Qualifying der 12 schnellsten MotoGP-Piloten wo sich jedoch ein alter Bekannter in Bestform zeigte. Franceso Bagnaia holte sich die Pole Position vor Teamkollege Marquez, Der WM-Führende Marco Bezzecchi komplettierte mit Platz 3 die erste Startreihe. Jonas Folger beendete das Training auf dem 22. und damit letzten Platz, was aber nach 3 Jahren MotoGP- Pause nicht anders zu erwarten war.

Samstag – Sprintrennen: Aprilia Doppelsieg im Sprintrennen von Le Mans

Mit dem Manöver eines Weltmeisters würdig preschte Jorge Martin vom Start weg von Position 7 auf 1 und sorgte für ungläubiges Staunen. Erst überholte er Di Giannantonio und Quartarao, in Kurve 1 presste er sich dann außen am Ducati-Duo Bagnaia und M.Marquez vorbei bevor er sich in Kurve 2 mit einer messerscharfen Aktion vor Teamkollege Bezzecchi setzte und die Führung übernahm. Nichts und niemand konnte den Weltmeister von 2024 stoppen und so konnte der „Martinator“ nach 13 Runden nicht nur einen überlegenen Sprintsieg feiern sondern auch den Abstand in der WM-Gesamtwertung auf den zweiten im Sprint, den WM-Führenden Marco Bezzecchi, bis auf 6 Punkte verkürzen. In einem Rennen, das von den 7 (!) Stürzen gekennzeichnet war - Folger, Marini, Di Giannantonio, Bastianini, Morbidelli, R. Fernandez und M.Marquez – und die alle - bis auf M.Marquez - glücklicherweise glimpflich ausgingen, erkämpfte sich Francesco Bagnaia auf der Werksducati den letzten Podestplatz. Teamkollege Marquez musste dagegen verletzungsbedingt für den Sonntag absagen.

Rennsonntag: Aprilia setzt noch einen drauf – 3-fach Sieg am Sonntag !

Ein ereignisreiches Rennen zeigten dann die 22 Piloten die am Sonntag zum Grand Prix von Frankreich antraten. Als alleiniger Vertreter vom Ducati Werksteam war Francesco Bagnaia auf dem besten Weg als dritter einen Podestplatz für die Roten zu holen als ihm in Runde 16 das Vorderrad unvermittelt einklappte und er zu Sturz kam. Zu diesem Zeitpunkt gab es die Doppelführung von Marco Bezzecchi und Jorge Martin für Aprilia, die KTM von Acosta rückte auf 3 vor der besten Ducati von Di Giannantoinio, einer weiteren Aprilia von Ai Ogura und dem Liebling der Franzosen, Fabio Quartararo auf 6. Drei Runden vor Schluss dann die finale Attacke von Martin. Am Ende der ansteigenden Start und Zielgeraden setzte er gegen Teamkollege Bezzecchi ein blitzsaubereres Ausbremsmanöver und holte sich seinen ersten Grand Prix Sieg seit Indonesien im September 2024.

Best of the rest nach 3 Aprilias wurde auf Platz 4 Fabio Di Giannantonio. Er kämpfte auf den letzten Metern KTM-Pilot Pedro Acosta noch nieder. Jonas Folger fuhr das Rennen zu Ende, zeigte im Laufe der 27 Runden ansprechende Rundenzeiten und kam als 16. ins Ziel.

 

Hartmut Reuschel